Lasst euer Licht leuchten

Zu einem zentralen Ämtergottesdienst mit Bezirksapostel Wilfried Klingler und Apostel Helge Mutschler waren am Montagabend, dem 16. November 2015, alle aktiven Amtsträger der Gebietskirche Niedersachsen nach Hildesheim eingeladen.

Knapp 500 aktive Amtsträger aus allen sechs Kirchenbezirken waren der Einladung gefolgt. In seinem sehr bewegenden Eingangsgebet dankte der Bezirksapostel für diese Gemeinschaft und für alles Erlebte, besonders in den letzten Tagen mit dem Stammapostel. Er ging im Gebet aber auch besonders auf einen tragischen Verkehrsunfall ein, der sich am Vortag gleich nach dem Gottesdienst mit dem Stammapostel ereignet hatte und bei dem Geschwister schwer verunglückt waren. Der Bezirksapostel bat besonders um Trost und Kraft für alle Betroffenen.

Mit einem herzlichen Gruß des Stammapostels, begann Bezirksapostel Klingler den Gottesdienst, welchem er das Bibelwort Matthäus 5, 16 zugrunde legte:

"So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen."

Nach dem Verlesen des Bibelwortes sang der große Männerchor, der aus Amtsbrüdern aller sechs Kirchenbezirke gebildet worden war, unter der Leitung von Bezirksevangelist Michael Stauch das Lied "Gott ist gegenwärtig".

Nach diesen eindrucksvollen Klängen gab der Bezirksapostel zunächst seiner großen Freude Ausdruck, dass so viele aktive Brüder an einem Montagabend voller Erwartung zusammengekommen waren. Neben den vielen aktiven Amtsträgern war auch ein Ruheständler gekommen, "der extra einen freien Abend geopfert hat und nicht mehr hätte kommen brauchen", so der Bezirksapostel mit einem Lächeln, als er Apostel i.R. Achim Burchard begrüßte.

Anschließend ging der Bezirksapostel noch einmal auf den Gottesdienst mit dem Stammapostel am Tag zuvor ein, der mit den Veränderungen für die Gebietskirche und den vielen wertvollen Gedanken wohl noch lange in Erinnerung bleiben werde. Der Bezirksapostel berichtete auch von einem schweren Verkehrsunfall, der sich unmittelbar nach dem Gottesdienst ereignet hatte, bei dem auf dem Rückweg von Zwickau nach Chemnitz ein Auto von Glaubensgeschwistern von einer Windböe erfasst und zunächst gegen einen Lkw und anschließend gegen eine Leitplanke geschleudert worden war. Eine Glaubensschwester war dabei ums Leben gekommen, weitere Geschwister waren schwer verletzt worden. Geschwister, die das unmittelbar miterlebt hatten, sind traumatisiert. Der Bezirksapostel bat die Brüder, für diese Geschwister besonders zu beten.

Anschließend erinnerte Bezirksapostel Klingler an einen Ämtergottesdienst vor 22 Jahren in Hildesheim, bei dem Apostel Burchard seine Arbeit als Apostel aufgenommen hatte und er seine als Bezirksapostel. Er dankte den Brüdern für die schöne Entwicklung seit dieser Zeit und besonders Apostel Burchard, ohne den dieses nicht möglich gewesen wäre. Und der Bezirksapostel äußerte den Wunsch, den er auch mit dem neuen Apostel Mutschler teile, dass Jesus Christus weiterhin im Mittelpunkt aller Arbeit steht.

Das Licht nach außen tragen

In der Bergpredigt rief Jesus Christus den Jüngern zu: "Ihr seid das Licht der Welt." Und der Bezirksapostel forderte die Amtsträger auf, das Licht des Apostolats hinauszutragen und nicht unter einen Scheffel zu stellen. Das Amtsvermögen und die guten Werke der Diakone, der priesterlichen Ämter und der Apostel sollten nicht nur in die Gemeinde hineinwirken, sondern auch nach außen durch die Verkündigung des Evangeliums. Ein Diakon sei kein "Aufpasser oder Saaldiener", sondern es sei Aufgabe der Diakone, das Wort Gottes weiterzutragen. Das priesterliche Amt solle im Abendmahl das Opfer Jesu groß werden lassen und die Versöhnung predigen. Und im Apostolat solle das Sakrament der Versiegelung gespendet und die Braut Christi vorbereitet werden.

Licht der Liebe und Barmherzigkeit

Der Stammapostel habe darauf hingewiesen, wie viel Hass heute in der Welt sei. Hass habe in unseren Gemeinden keinen Raum. Es sei nicht unsere Sache, wie mit Flüchtlingsströmen umgegangen werde, aber es sei unsere Sache, wie wir diesen Mitmenschen begegnen und welches Menschenbild wir haben. "Wir wollen Menschen mit dem Licht der Liebe begegnen, und das Licht der Barmherzigkeit ist eng damit verbunden, dass wir Menschen geben, was sie brauchen", sagte der Bezirksapostel.

Das Licht des Eiferns

Zum Schluss wünsche er sich, dass ein Licht nie erlischt. Das sei das Licht des Eiferns für den Herrn. "Ja, wir werden manchmal müde. Ja, wir sind auch manchmal verzweifelt wie Elia, und dann sind wir froh, wenn ein Engel kommt und uns stärkt. Lassen wir uns immer wieder neu zeigen, dass das Volk des Herrn noch groß ist und gehen wir dann, gestärkt wie Elia, wieder neu an die Arbeit".

Nach der Predigt des Bezirksapostels sang der Männerchor das Lied: "Auf dich o Herr, vertrauet meine Seele!" Apostel Mutschler wurde gebeten, zum ersten Mal den Amtsträgern seines neuen Arbeitsbereiches zu dienen. "Ich bin dankbar für die Gelegenheit, in eure Augen schauen zu dürfen und in euren Augen schon ganz viel Licht sehen zu können", sagte Apostel Mutschler. Der Stammapostel habe angesprochen, in welch einer Welt wir leben. In einer Welt, in der Geld wichtiger sei als Gott. Es sei eine Welt mit Rücksichtslosigkeit und Ausbeutung, eine Welt mit Krieg und Terroranschlägen, mit Leid und Kummer, Hunger und Durst und Zukunftsangst. "Wir sind aufgerufen Licht in dieser Welt zu sein. Dein Licht kann in dieser Welt etwas verändern! Zunächst in deiner Familie, in deinem Umfeld und in einem immer größer werdenden Kreis", so der Apostel.

Die Kerze und der Kerzenständer

Der Apostel erzählte in diesem Zusammenhang eine kleine Geschichte: Es gab einmal einen Kerzenständer und eine Kerze. Und der Kerzenständer sagte zur Kerze: Du, Kerze, es ist so sinnlos was du tust. Du lässt dich anzünden, dann brennst du ab und dann gibt es dich gar nicht mehr. Und die Kerze antwortete: Ist das für dich sinnlos? Für mich ist es der Sinn meines Lebens, zu leuchten und mich zu verschwenden. Und dann wird die Kerze eines Tages angezündet, und der Kerzenständer regt sich wieder auf, die Kerze brennt nieder, am Ende verglimmt der Docht und die Kerze ist weg. Und da erinnert sich der Kerzenständer wieder an die Worte der Kerze: Der Sinn meines Lebens ist, zu leuchten und mich zu verschwenden. "Wir wollen unser Licht und unsere Liebe leuchten lassen und verschwenden in dieser Welt", rief der Apostel die Amtsträger auf.

Zukunftsstrategie

Der Stammapostel habe im Ämtergottesdienst in Düsseldorf zwei Zukunftsstrategien angesprochen. Die erste laute: Jesus ist der Mittelpunkt. Und die zweite laute: Wir wollen Werte vermitteln. Das bedeute, das Licht leuchten zu lassen, sagte Apostel Mutschler. "Wie machen wir das? Wir dürfen auch mal danke sagen oder jemanden loben. Wir können jemanden beflügeln und Mut machen. Licht leuchten lassen bedeutet auch, gut über andere Menschen zu sprechen. Es bedeutet auch, miteinander zu reden und nicht übereinander. Es bedeutet auch, Fehler in Liebe zu tragen und nicht dem anderen gleich den Kopf abzureißen. Es bedeutet auch, Andersartigkeit zuzulassen. Licht leuchten zu lassen bedeutet, nett und freundlich miteinander umzugehen, Brücken zu bauen oder auch mal über sich selbst zu lachen. Es bedeutet auch, für andere zu beten. Wir wollen auch das Licht der Zukunftshoffnung leuchten lassen. Jesus kommt wieder. Wir brauchen keine Zukunftsangst zu haben."

Zukünftiges Arbeitsprogramm

In der letzten Zeit sei er oft gefragt worden, was sein Arbeitsprogramm sei. "Mein Arbeitsprogramm lautet: Ich liebe Jesus und ich habe Sehnsucht nach ihm", sagte der Apostel. "Wenn wir Jesus lieben, dann lassen wir unser Licht leuchten, und wenn wir Sehnsucht nach ihm haben, dann wird er auch bald kommen. Ich danke euch, für eure Gebete, eure Nähe und eure Offenheit. Ich bin Gott dankbar, dass es euch gibt."

Höhepunkt des Ämtergottesdienstes war die Feier des Heiligen Abendmahls. Nach dem Gottesdienst gab es für alle Anwesenden die Möglichkeit, sich persönlich vom Bezirksapostel, Apostel i.R. Burchard, Apostel Mutschler und Bischof Hiddessen zu verabschieden und ein paar Worte zu wechseln.

D.E.