Kartoffelbraten zum Gemeindejubiläum

Seit 90 Jahren besteht die Gemeinde Bodenwerder. Aus diesem Anlass lud die Gemeinde zum Kartoffelbratfest ein. Dabei gab es auch ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen Gemeindemitgliedern.

„Meine Schätzelein, dass ich euch noch mal alle zusammenhabe, freut mich aber ganz doll. Da bin ich unserem himmlischen Vater aber so dankbar, dass er das möglich gemacht hat!“, freute sich „Tante Käthe“ Naymann, heute 94 Jahre alt, als sie beim Kartoffelbratfest der Gemeinde Bodenwerder ihre Sonntagsschulkinder, die sie vor rund 50 Jahren unterrichtet hatte, wiedersehen durfte. „Geplant war das nicht, der liebe Gott hat es eben so gefügt“, sagte der Gemeindevorsteher, Hirte Thorsten Böker. Bei den Planungen der Veranstaltungen zum Fest „90 Jahre Gemeinde Bodenwerder“ kam die Idee, alle ehemaligen Bodenwerderaner zum traditionellen Kartoffelbratfest einzuladen. So gab es dann ein freudiges und hier und da auch erstauntes Wiedersehen nach vielen Jahren.

Bereits um 7 Uhr steckte am Samstag, 1. September 2012, der Vorsteher gemeinsam mit einigen Brüdern und Schwestern im „Bärengrund“ das Feuer an, um dann für 11.30 Uhr genügend Kohle zu haben zum Braten von einem Zentner Kartoffeln in der Glut. Um 10 Uhr versammelten sich die ersten Gäste der insgesamt knapp 80 Teilnehmer, um 12.30 Uhr waren die Kartoffeln gar und das große Schmausen begann. Eingelegter Hering von Inge Meyer und Jägerrouladen vom Fleischer schmeckten einfach köstlich. Und weil man mehr isst, wenn es so gut schmeckt, bekommt man dicke Bäuche und die verlangen, einen Verdauungsspaziergang zu machen. Der führte dann auch die meisten Teilnehmer zum Herzog-Wilhelm-Denkmal auf dem Weinberg bei Rühle. Eine kurze Rast lud zum Genießen der einmaligen Aussicht auf die Weser und das Dornröschen des Weserberglandes, den Ort Rühle, ein.

Wieder im „Bärengrund“ angelangt, musste natürlich der durch die Wanderung hungrig gewordene Bauch gefüllt werden. „Bäcker Bruder Rainer“ hatte Original Rühler Zuckerkuchen gebacken. Der einmalige Geschmack, genau wie damals, verstärkte die Erinnerung an die Kindheit der ehemaligen Bodenwerderaner. Schon damals gehörte dieser Kuchen zu den Gemeindefesten dazu.

In vielen Gesprächen erinnerte man sich an so viele Begebenheiten von damals, sprach von bereits heimgegangenen Geschwistern, berichtete sich von den Ereignissen der Zwischenzeit und bezog Stellung zu aktuellen Themen.

Ein wundervoller Tag des Wiedersehens, der Freude und des Einsseins ging dann gegen 18 Uhr zu Ende. Der vielfach geäußerte Wunsch, bald wieder zusammenzukommen, zeugt davon, dass damals wie heute diese Gemeinde eine außergewöhnlich starke Gemeinschaft war und ist, in welcher der Geist des Miteinander und Füreinander über so viele Jahre erhalten geblieben ist.

D.M.