Mit drei Bussen nach Berlin

Gleich mit drei Bussen gingen die Geschwister der Gemeinden Gronau, Elze und Nordstemmen auf Tour. Ziel war die Bundeshauptstadt Berlin.

"Wir fahren nach Berlin und wer kommt mit..." - unter diesem Motto wurden die Geschwister der Gemeinden Elze, Gronau und Nordstemmen Anfang dieses Jahres eingeladen. In den Garderoben der drei Gemeinden waren Plakate ausgehängt, jeder konnte sich in die ausgelegten Listen eintragen. Anfangs sah es so aus, als ob der Reisebus nicht voll werden würde. Doch dann reichte ein Bus nicht aus: 67 Geschwister hatten sich angemeldet. Es mussten zwei weitere Kleinbusse angemietet werden.

Schon einen Tag vorher wurden die Busse abgeholt, es wurde ein Frühstückbüfett vorbereitet, zu dem viele Geschwister der drei Gemeinden etwas vorbereitet hatten.

Am Samstag, 27. August, trafen sich die Geschwister um 7 Uhr auf dem Zentralen Omnibus-Bahnhof in Gronau. Pünktlich waren alle da. Ein Kleinbus war für die Jugendlichen aus den drei Gemeinden bestimmt, er wurde vom Jugendbetreuer, Diakon Norbert Eyselle, gefahren. Den weiteren Kleinbus steuerte Priester Norbert Röhr, der auch die Berlin-Fahrt mit seiner Frau zusammen organisiert hatte.

Damit keine Langeweile aufkam, wurde den Geschwistern eine Aufgabe gestellt. Aus vorgebenen Wörtern sollten sie nach der Melodie „Ja wir san mit’m Radl da“ einen Text passend zur Berlin-Fahrt dichten. Die Jugendlichen bekamen Stoffmalstifte und ein großes Betttuch mit der Aufgabe: „Malt uns eine schöne Fahne!". Und die Jugendlichen hatten tolle Ideen, wie die Geschwister schon nach kurzer Zeit sahen: Der Jugendbus überholte die anderen Busse und am Fenster an der Rückseite war eine schön gemalte Fahne mit unserem Kreuz und Berlin-Motiven zu sehen. Auch das Texten des Liedes ging gut voran.

Den ersten Zwischenstopp mit Frühstück legte die Reisegruppe auf dem Rastplatz Magdeburger Börde ein. Hier wurde ein großes Büfett aufgebaut. Nach einer halbstündigen Pause ging es weiter. Anschließend trugen die Geschwister im Bus die Liedtexte vor. Alle Beiträge wurden mit viel Applaus bedacht.

Mittags um 11.30 Uhr erreichten die Busse Berlin-Charlottenburg. Von hier sollte eine Spreefahrt starten. Da noch gut eine Stunde Zeit war, bevor das Schiff abfuhr, hatte jeder Zeit, sich die Umgebung anzuschauen oder einfach mit anderen Geschwistern zusammenzusitzen. Ein Teil der Reisegruppe besichtigte das Charlottenburger Schloss, andere gingen über den Flohmarkt und machten dort ein Schnäppchen, wieder andere saßen im Café.

Um 13.15 Uhr startete die eineinhalbstündige Spreefahrt. Es ging durch das Regierungsviertel, am Schloss Bellevue des Bundespräsidenten und an der Museumsinsel mit ihren imposanten Bauten vorbei zur Jannowitzbrücke. Hier warteten die Busse.

Mit den Bussen ging es zur Bernauer Straße zum Mauermuseum. An diesem eindrucksvollen Ort ist ein Teil der Mauer erhalten. Über einen Aussichtspunkt sieht man hier den ehemaligen Todesstreifen.

In der „Kapelle der Versöhnung“, die auf den Fundamenten der Versöhnungskirche aufgebaut wurde, werden zum Gedenken an die Maueropfer regelmäßig Andachten abgehalten. Am Altar liegt ein Buch mit den Namen der 136 Todesopfer an der Berliner Mauer. Der schwerbeschädigte Altar der Versöhnungskirche wurde nach dem Fall der Mauer auf einem angrenzenden Grundstück gefunden und in der Kapelle der Versöhnung eingebaut. Vor der Kapelle können die wiedergefundenen Glocken und das Turmkreuz besichtigt werden. Dieser Ort war für alle Geschwister sehr bewegend, wurde dadurch doch wieder das Schicksal so vieler Menschen bewusst gemacht.

Der letzte Stopp in Berlin war am Brandenburger Tor. Hier war geplant, dass jeder zwei Stunden zur freien Verfügung haben sollte. Als die Busse am Brandenburger Tor ankamen, öffneten sich die Schleusen des Himmels und ein gewaltiger Regenguss machte das Aussteigen unmöglich. Es hörte einfach nicht auf zu regnen. Das geplante gemeinsame Foto unter dem Brandenburger Tor fiel buchstäblich ins Wasser. Die gute Stimmung und Freude, die jeder an diesem Tag schon hatte, wollten sich die Geschwister aber nicht verregnen lassen. Also wurden die Schirme herausgeholt und dann ging es raus aus dem Bus. Trotz Regens wollten die Geschwister die letzte Stunde noch in froher Stimmung verbringen.

Um 19 Uhr hieß es dann: Rein in die Busse. Über die Straße des 17. Juni, vorbei an der Siegessäule und am Großen Stern, ging es zurück nach Hause. Auch der Himmel meinte es jetzt gut mit den Reisenden, er schickte noch die Abendsonne vorbei. Das gemeinsame Foto, das am Brandenburger Tor wegen Regens ausfallen musste, konnte nachgeholt werden.

„Erschöpft und müde kamen wir in Gronau an, es war ein toller Tag mit vielen Eindrücken und Freude miteinander“, lautete das Fazit in dem Reisebericht der Geschwister.

D. R.