Ein "neues Gesicht" für die Gemeinde Holzminden

Unter dem Motto „Wir haben uns ein neues Gesicht gegeben“ hat die Gemeinde Holzminden am 1. Adventssonntag ihr neues Gemeindezentrum offiziell eingeweiht.

Zu der Feierstunde konnte der Vorsteher der Gemeinde, Hirte Cornelius Brämer, neben den Gemeindemitgliedern und interessierten Besuchern auch den Holzmindener Bürgermeister Jürgen Daul, den stellvertretenden Landrat Ernst Warnecke, Pastor Thorsten Kißling als Vertreter der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Holzmindens, Apostel i. R. Edmund Stegmaier, Bischof i. R. Rainer Knigge und den Bezirksältesten Klaus Meyer begrüßen.

Die Bauarbeiten hatten kurz vor den Sommerferien begonnen. Zunächst wurde ein nicht mehr genutztes und mittlerweile marodes Wohnhaus abgerissen, das den Blick auf die im Jahr 1960 errichtete Kirche weitgehend versperrt hatte. Nach zehnwöchiger Bauzeit war der rund 80 Quadratmeter große Anbau fertiggestellt.

Kernstück des neuen Gemeindezentrums ist ein Gemeindesaal, der durch eine mobile Trennwand in zwei Unterrichtsräume geteilt werden kann. Diese Räume sollen in erster Linie für die Kinderunterrichte, Jugendstunden, Seniorennachmittage, Gesprächskreise und Proben der Instrumentalgruppen genutzt werden. Außerdem wurden eine moderne Küche eingerichtet und ein Behinderten-WC eingebaut. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen rund 300.000 Euro.

Bürgermeister Jürgen Daul beglückwünschte in seinem Grußwort die Kirchengemeinde zu ihrem neuen Gemeindezentrum. Man könne nur staunen, welcher Wandel sich hier vollzogen habe, meinte er. Der Bürgermeister begrüßte es besonders, dass nun von der Straße aus der Blick frei sei auf das Kirchengebäude. Dies sei auch städtebaulich ein Gewinn: „Mit Ihnen können sich alle Holzmindener darüber freuen“. Dass dieser Erweiterungsbau notwendig war, wertete der Bürgermeister als „Beleg für ein aktives Gemeindeleben“.

Pastor Thorsten Kißling wies zwar auf die Unterschiede in den Glaubenslehren der beiden Kirchen hin, rief aber dazu auf, als Christen das Gemeinsame zu suchen. „Im Bewusstsein der versöhnten Verschiedenheit gehen wir in der Adventszeit dem Licht entgegen. Und wenn wir dieses miteinander tun, wird es in Holzminden heller“, sagte der evangelische Geistliche und wünschte dazu „uns allen reichen Segen“.

„Die neuen Räumlichkeiten werden der Gemeinde sehr gut tun“, war sich Bezirksältester Klaus Meyer sicher. „Holzminden ist eine Gemeinde, die man wirklich als lebendige Gemeinde bezeichnen kann“. Es gebe viele aktive Gruppen in der Gemeinde, die nun in den neuen Räumen ihren Platz hätten.

Hirte Cornelius Brämer ging kurz auf die Geschichte der Gemeinde Holzminden ein, die im Jahr 1900 mit 16 Mitgliedern gegründet worden war. 50 Jahre später zählte die Gemeinde, begünstigt auch durch Zuwanderung aus dem Osten Deutschlands, 350 Mitglieder. Heute gehören 250 Geschwister der Gemeinde an, darunter sind 24 Kinder. Etwa 130 aktive Glaubensgeschwister nutzen regelmäßig die kirchlichen und gemeindlichen Angebote. Seelsorgerisch betreut werden die Gemeindemitglieder von sechs priesterlichen Ämtern und acht Diakonen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Flötenkreis der Gemeinde, den Querflötistinnen Andrea Kessler und Michelle Meffert, den Pianisten Jörg und Yannic Felske sowie mit dem gemeinsamen Gesang aller Besucher („Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ und „Advent ist es heut“).

Anschließend waren die Besucher zu einem Imbiss in den neuen Räumen eingeladen.

Die Holzmindener Lokalzeitung "Täglicher Anzeiger" berichtete zwei Tage später ausführlich in einem 150-zeiligen Artikel mit zwei Fotos über die Feierstunde.

M.B.