50 Jahre Gemeinde Gronau

Ein Gemeindefest am Pfingstsamstag, ein Festgottesdienst mit Apostel Stegmaier am Himmelfahrtstag und eine Feierstunde mit Ehrengästen am 14. April zählten zu den Höhepunkten der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Gemeinde Gronau.

Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Gronau sorgen seit Wochen für Schlagzeilen in der Lokalpresse. Immer wieder berichtet die Leine-Deister-Zeitung ausführlich über das Kirchenjubiläum in dem 5.500 Einwohner zählenden Ort. Denn die Gemeinde Gronau hat ein umfangreiches Festprogramm auf die Beine gestellt, das am 14. April 2007 mit einem Festakt in der Kirche begann, am Himmelfahrtstag mit einem Gottesdienst, den Apostel Edmund Stegmaier hielt, fortgesetzt und am Pfingstsamstag, 26. Mai, mit einem bunten Gemeindefest weitergeführt wurde. Weiter sind ein Gemeindeausflug nach Hamburg (Samstag, 1. September 2007) und ein Konzert mit dem nakapella-Chor (Samstag, 6. Oktober, 19.30 Uhr) vorgesehen.

135 Besucher konnte der Gemeindevorsteher, Evangelist Matthias Krysewski, am Samstag, 14. April, zum Festakt in der Kirche am Hohen Escher begrüßen. Unter den Gästen waren Landtagsabgeordneter Klaus Krumfuß, die stellvertretende Landrätin Sabine Hermes, Gronaus Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler, der der Gemeinde die Glückwünsche des Rates und der Verwaltung übermittelte, sowie etliche Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister aus den umliegenden Gemeinden. Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten und dem kulturellen Angebot der neuapostolischen Kirchengemeinde. Bischof Rainer Knigge freute sich in seinem Festvortrag, dass die Gemeinde Gronau "einen festen Platz in der Kommune hat". Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Männergesangverein Gronau unter der Leitung von Daniel Chopov, vom Gemeindechor unter der Leitung von Norbert Borstel, einer Instrumentalgruppe (Leitung Dirk Ballosch) sowie von Oliver Hormann (Orgel, Klavier), Kerstin Borstel und Katja Hormann (Flöte).

Den Höhepunkt des Jubiläumsprogramms bildete der Festgottesdienst mit Apostel Edmund Stegmaier am Himmelfahrtstag, zu dem der Apostel sämtliche Bischöfe und Bezirksämter seines Arbeitsbereichs (auch die Ruheständler) eingeladen hatte. Der Apostel betonte, dass es in der Gemeindearbeit nicht auf die Vielzahl von Aktionen ankomme, wesentlich sei vielmehr die Entwicklung einer christlichen Gesinnung. "Geht immer mit Christus an den Punkt der Himmelfahrt und bedenkt die Auswirkung eurer Entscheidungen, dann werdet ihr viel Klarheit für eure Lebensführung erhalten", riet der Apostel den Gottesdienstbesuchern.

Wie bei den ersten beiden Veranstaltungen erfreute auch beim Gemeindefest die Teilnehmer strahlender Sonnenschein, obwohl der Wetterbericht das nicht vermuten ließ. Eine Schwester sagte: "Heute wird es trocken bleiben, denn wir haben gebetet." Auch der zur Gemeinde zählende Bischof i. R. K. Krysewski sowie Bezirksältester Klaus Meyer und Bezirksältester i. R. Klaus Hagemann waren gekommen. Ein abwechslungsreiches Programm sorgte für eine gute Stimmung und viel Freude bei diesem Fest auf dem weitläufigen Kirchengrundstück.

Die Geschichte der Gemeinde Gronau geht bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Damals kamen Glaubensbrüder aus Hannover-Herrenhausen mit dem Fahrrad nach Gronau, um dort den Grundstein einer neuapostolischen Gemeinde zu legen. Etliche Menschen wurden versiegelt, Gottesdienste fanden in Gaststätten und Privatwohnungen statt. Im Laufe der Jahre zogen viele Glaubensgeschwister jedoch an andere Orte, so auch die beiden Diakone. In den dreißiger Jahren stagnierte die Entwicklung. Die Gronauer Geschwister besuchten nun im benachbarten Elze die Gottesdienste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge nach Gronau und Umgebung, darunter auch neuapostolische Christen. Angesichts dieser Entwicklung wuchs in dem damaligen Vorsteher der Gemeinde Elze, dem späteren Bischof Kurt Krysewski der Wunsch, in Gronau eine Gemeinde zu gründen. Im Jahre 1957 gab Bezirksapostel Hermann Knigge grünes Licht. Ein Raum über einer Backstube wurde angemietet, "was im Winter Vorteile hatte, wenn man an die Heizkosten denkt. Im Sommer allerdings war es oft unerträglich warm. Doch diese sehr einfachen Umstände konnten die gesegnete Entwicklung der jungen Gemeinde nicht beeinträchtigen", zitierte Vorsteher Matthias Krysewski im Festgottesdienst aus der Gemeindechronik. Der Raum wurde am 13. April 1957 von Bischof Friedrich Ernst geweiht. Ende 1957 versiegelte Bezirksapostel Knigge 21 Gronauer; mit den 37 schon vorhandenen Glaubensgeschwistern waren es also 58 Gründungsmitglieder. Mit Otto Ruttkowski erhielt die Gemeinde im Dezember 1957 ihren ersten Priester vor Ort.

Zwei Jahre später wurde die "Bergmühle", eine ehemalige Gaststätte, gekauft und zur Kirche umgebaut. Die neue Kirche wurde am 3. September 1960 von Bischof Ernst geweiht. Anfang der achtziger Jahre entschloss man sich zum Bau einer neuen Kirche auf demselben Grundstück. Den Weihegottesdienst hielt Bezirksapostel Arno Steinweg am 14. Dezember 1983.

Von 1957 bis 1969 diente der spätere Bischof Kurt Krysewski der Gemeinde als Vorsteher, von 1969 bis 1985 der spätere Bezirksevangelist Helmut Müller und seit 1985 betreut Evangelist Matthias Krysewski die über 100 Gemeindemitglieder. Unterstützt wird er dabei von den Priestern Dietmar Mronga und Norbert Röhr sowie sechs Diakonen.

M.K/M.B.

Fotogalerie

Bild 1 - 6 Festgottesdienst
Bild 7 - 10 Festakt / Gemeindefest