"Gospelsingles" begeistern in Holzminden

Mit einer "musikalischen Weltreise" machten die "Gospelsingles" in der Kirche Holzminden Station. Der 50-köpfige Chor mit Sängerinnen und Sängern aus dem gesamten nord- und westdeutschen Raum begeisterte mit Gospels und Spirituals, Liedern aus Afrika und Israel sowie Chorälen aus den USA und Kanada.

Erst war Verwirrung, dann Begeisterung in der voll besetzten Kirche zu spüren, als die über 50 Sängerinnen und Sänger der "Gospelsingles" mit "Njooni wote", einem afrikanischen Song, das Konzert begannen. Denn nachdem sich der Chor vor dem Altar aufgestellt hatte, war zunächst nur angeregtes Plaudern der Sänger zu hören. Dann begann in diesem Stimmengewirr leise das "Loblied", in das immer mehr Sänger einstimmten, und unter dem Klang der Percussion wurde Anke Bargstein zur Vorsängerin. Am Samstag, 16. Juni 2007, machten die "Gospelsingles" mit ihrer "Musikalischen Weltreise" Station in der neuapostolischen Kirche in Holzminden und gaben ein begeisterndes Konzert.

Nach der Begrüßung der Zuhörer durch den Gemeindevorsteher, Hirte Cornelius Brämer, leitete Chorsprecherin Anja Schwarz die Zuhörer durch das Programm des Abends, beginnend mit "We shall overcome" - wir sollen (die Sünde) überwinden. Denn Ziel des christlichen Glaubens ist der Himmel, die Gemeinschaft mit Gott, wie das temperamentvolle Lied "Heaven is a wonderful place", begeisternd verdeutlichte. Dieses Ziel zu erreichen ist der Freudentag ("Oh happy day"), weil sich Jesus aufmacht, die Sünden abzuwaschen.

Das nächste Lied aus Afrika war schon Programm: "Amini" - zu Deutsch: Dein Wille, Gott geschehe! - mit Chorleiter Peter Glaser als kraftvollem Solisten des Stückes. Der Rhythmus des Liedes wurde von der Gemeinde begeistert übernommen.

Anschließend berichtete Anja Schwarz aus der Geschichte des Chores, der im Herbst 2000 bei einem Single-Treffen der Neuapostolischen Kirche gegründet wurde. Neben ihrem Single-Dasein waren die Gründungsmitglieder alle begeisterte Sängerinnen und Sänger und natürlich Gospel-Fans - Gospelsingles eben. Der Name ist geblieben, obwohl nicht mehr alle Chormitglieder Singles sind und auch das Repertoire sich erweitert hat. Davon zeugte der eher besinnliche Teil des Programms mit "Don’t talk" (Rede nicht schlecht über den Glauben) und "Let us sing". Aus Kanada stammt der Choral "Let us break bread" - eine Einladung zum Abendmahl mit Brot und Wein. Schließlich ein Elvis-Klassiker über die Macht der Liebe - "Can’t help falling in love".

Dann gingen im wahrsten Sinne des Liedes "Pilote me, o Savior" die Wellen hoch her. Dirigent Jürgen Schröder ließ nicht nur den Chor, sondern auch die Zuhörer aufstehen, sodass bei dem Lied das Auf und Nieder der Wellen zu spüren war, durch das Jesus das Lebensschiff leitet. Untermalt wurde das Brausen des Windes vom Einsatz der Orgel durch den Chorleiter. Anja Schwarz führte die Zuhörer nun zur Wiege des Christentums und fragte: "An was denken Sie, wenn Sie Jerusalem hören? Die Abendnachrichten, die geteilte Stadt oder die Goldene Stadt aus der Offenbarung des Johannes?" Es erklangen "Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser", der hebräische Friedenswunsch "Schalom" und ebenfalls in hebräischer Sprache "Yershalayim" (Jerusalem). Besinnlich wurde es mit dem amerikanischen Abendgebet "Angels watching". Schließlich wurde das Publikum zurück zu den Wurzeln der Gospels geführt: zu den Liedern Afrikas. Mit der Begleitung der Percussion erklang "Jesu asali awa". Auch hier wurden die Zuhörer wieder vom Dirigenten Jürgen Schröder mit eingebunden und übten die Begleitung von "Sia hamba". Erst flüsternd und immer machtvoller werdend stieg der Chor in das Lied ein, das die Gläubigen in Afrika auf den oft weiten Wegen zu ihren Gottesdiensten singen. Danach lobte der Chor den auferstandenen Christus mit der südafrikanischen Hymne "King all glorious".

Auch das fesselndste Konzert geht einmal zu Ende. Mit dem irischen Reisesegen - diesmal auf Deutsch vorgetragen ("Doch bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!") wurde die Liebe fühlbar, als Sänger und Zuhörer stehend sich die Hände hielten. Erst nach zwei Zugaben entließ das begeisterte Publikum die Sängerinnen und Sänger. Mit dem afrikanischen Lied "Jesu asali awa - Halleluja" verließen die "Gospelsingles" die Kirche, während die Zuhörer mitsangen und -klatschten.

W.K./Fotos: M.B.

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