Texte, Musik und Stille

Mit Gebeten, Texten, Musik und Stille gestalteten die Geschwister der Gemeinde Bodenwerder eine Andacht zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene. Im Mittelpunkt standen Menschen, die schon in jungen Jahren ihr Leben verloren.

Es war der Wunsch vieler Geschwister der Gemeinde Bodenwerder, wieder eine besondere Stunde zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene zu erleben. Bereits im Februar 2008 hatte eine solche Andacht viel Bewegung ausgelöst.

Vor einem Jahr standen die Sternenkinder im Mittelpunkt der Feierstunde. Die jugendlichen Geschwister und Amtsbrüder bewegte in den Vorbereitungstreffen für die diesjährige Andacht das Thema "jugendliche Entschlafene" und "vergessene Opfer aus der Region". So wurden zu diesen Themen Berichte recherchiert.

Die Besucher der Andacht am Samstag, 28. Februar 2009, konnten zum sichtbaren Zeichen der Verbundenheit mit diesen Seelen in der Ewigkeit eine oder mehrere Blumen mitbringen und den Altar damit schmücken. Es bot sich ein sehr ergreifendes Bild: Der Altar war anschließend voller Blumen.

Der Vorsteher der Gemeinde Bodenwerder, Priester Thorsten Böker, begrüßte die Geschwister in der fast voll besetzten Kirche. Nach einem herzlichen Gebet und einleitenden Gedanken des Vorstehers sang der Chor "Heilig, heilig, heilig ist der Herr".

Diakon Michael Melching leitete das Thema "jugendliche Entschlafene" ein und wies auf die vielen Seelen hin, die in jungen Jahren plötzlich und unvorbereitet in die Ewigkeit ziehen mussten. Herausgerissen durch Unfälle oder Gewalttaten aus einem Leben voller Erwartungen, Pläne und Ziele. Andere sind ihrer Drogensucht zum Opfer gefallen oder haben in ihrem Leben keinen Sinn und keine Perspektive mehr gesehen und es durch Suizid beendet.

Zwei jugendliche Schwestern verlasen Berichte über den Amoklauf im Erfurter Gutenberg-Gymnasium und über jugendliche Aids-Opfer. Mancher war erstaunt über die Zahl der Seelen, die täglich ins Jenseits gehen. Die Berichte wurden vom Jugend- und Kinderchor mit den Liedern "In Jesu geborgen" und "Kommet her" eingeleitet.

Diakon Manfred Loske berichtete dann von jugendlichen Verkehrsunfallopfern. Besonders berührten dabei seine Berichte zu Erlebnissen, aus denen die Tragik und das ganze Ausmaß der Leiden fühlbar wurde.

Das Instrumentalensemble leitete den Bericht von Diakon Jürgen Radke mit dem Stück "Du bist mein Ziel, mein Gott" ein. Vorgestellt wurde die Geschichte des Russenfriedhofs und des Judenfriedhofs in Bodenwerder. Einige Namen dort beerdigter Menschen hatte man recherchieren können. Während von der Orgel leise das Lied "Es lebt in meinem Herzen" erklang, verlas Jürgen Radke die Namen jener Menschen. Sobald ein Name erklang, brachte jeweils ein Jugendlicher eine Blume für diese Seele an den Altar. Für die Namenlosen, die Vergessenen und die Unbekannten brachte das jüngste Kind der Gemeinde zusammen mit der ältesten Jugendlichen ein kleinesBlumensträußchen zum Altar.

Für eine Minute herrschte Stille, dann erklang leise das Lied "Treff ich dich wohl bei der Quelle", gespielt von Orgel und Querflöten.

Nach Schlussworten und besonderen Fürbitten im Gebet durch den Vorsteher sang der Chor das Lied "Der diese Welt fest in den Händen hält".

Am Sonntag nach dem Gottesdienst konnten sich die Geschwister ein paar Blumen mit nach Hause nehmen - quasi als Erinnerung, weiter für diese Seelen zu beten.

D.M.

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