Tobias und der Engel

Von Tobias und Engeln, von der Barmherzigkeit Gottes und vom Beten und Danken handelte der Kindergottesdienst, den Apostel Edmund Stegmaier den Kindern aus Religions- und Konfirmandenunterricht der Kirchenbezirke Hildesheim und Braunschweig hielt. Rund 70 Kinder hatten sich in der Kirche in Hildesheim versammelt und einen Gottesdienst erlebt, der diesmal ganz anders begann, als es sonst üblich ist.

Rund 70 Kinder aus den Kirchenbezirken Hildesheim und Braunschweig, die am Religions- und Konfirmandenunterricht teilnehmen, sowie die Geschwister lauschten am Sonntag, 19. April 2009, in der fast vollbesetzten Kirche in Hildesheim schon vor dem Kindergottesdienst gespannt der Geschichte und den Erlebnissen von Tobias, die ein Bruder erzählte. Vier Kinder aus dem Bezirk Braunschweig lasen anschließend einen Abschnitt aus dem 12. Kapitel des Buches Tobias vor.

Es war der Wunsch von Apostel Edmund Stegmaier, sich auf den Gottesdienst einmal ganz anders vorzubereiten und ihn in dieser interessanten und spannenden Weise zu beginnen.

Doch fangen wir von vorne an. Bereits vor dem Gottesdienst hatten die Kinder spürbar viel Freude beim Üben der Lieder, die im Gottesdienst gesungen werden sollten. "Ihr habt ein ganz tolles und passendes Musikprogramm für den Gottesdienst vorbereitet", lobte der Apostel dann auch im Gottesdienst.

Nach der bereits erwähnten Lesung kam der Apostel mit den Bezirksältesten der beiden Bezirke, Klaus Meyer (Hildesheim) und Jürgen Friedemann (Braunschweig), sowie den Bezirksevangelisten in den Kirchensaal, während aus allen Kehlen fröhlich "Ich singe dir mit Herz und Mund" erklang.

Der Gottesdienst stand unter dem Textwort Sirach 51, 37:

"Freut euch an der Barmherzigkeit Gottes und schämt euch nicht, ihn zu loben."

Freudig und vom Klavier beschwingt begleitet sangen die Kinder dann aus dem Kinderliederbuch "Laudato si" ( Sei gepriesen für . . .).

Apostel Stegmaier stellte, bezugnehmend auf die Lesung, die Frage in den Raum: "Wie kann ich die Barmherzigkeit Gottes erkennen und wie kann ich dem lieben Gott danken für seine vielfältige Hilfe, zum Beispiel bei Klassenarbeiten, bei Sorgen in der Familie oder mit dem Freund?"

Der Apostel berichtete, wie Tobias junior Tobias senior fragte, was er dem unbekannten Begleiter zum Dank geben könne. Er hatte so viele gute Gaben und Hilfen empfangen. Wie Tobias in diesem Gespräch, sollten auch wir jeden Tag dem lieben Gott alles aufzählen, was wir von ihm an Hilfen, Engelschutz, Bewahrung und Rat empfangen haben, riet der Apostel den Kindern. Und zwar jeden Tag: "Am besten ist es, wenn wir jeden Tag - vielleicht abends - alles auf einen kleinen Zettel schreiben und das dann im Abendgebet aufzählen. Wenn wir uns die Barmherzigkeit Gottes ganz bewusst machen, dann werden wir freudig und dankbar."

Am besten könne man dem Herrn danken, indem wir ihm etwas von uns geben. "Nicht nur Geld als Opfer", betonte der Apostel, "wir geben dem Herrn, wenn wir dem Nächsten helfen, für ihn beten. Dann wächst auch die Dankbarkeit und vermehrt sich. Und wir danken, wenn wir den Herrn loben und preisen, auch indem wir anderen Mitmenschen erzählen, was Gott uns Gutes tut."

Tobias sen. und Tobias jun. hatten Gott drei Stunden lang gelobt und gepriesen. "So lange brauchen wir das nicht zu tun", beruhigte der Apostel die Kinder , "aber dennoch sollten wir uns Zeit nehmen zum Beten, morgens und abends. Und nicht nur als Pflicht, sondern mit ganzem Herzen, weil wir erkennen, wie barmherzig Gott ist." Tobias habe so innig gebetet, "dass er heiß weinte". Wer innig bete, den höre der liebe Gott und dem helfe er auch.

Rafael war einer der obersten Engel, den hat der liebe Gott Tobias jun. als Begleiter geschickt. Apostel Stegmaier: "Auch uns hat der liebe Gott Boten geschenkt, die uns begleiten. Er schickt auch Engel. Manchmal sind das andere Menschen. Wir sind niemals allein - keine Sekunde lang - weil er uns liebt."

Bezirksevangelist Bernd Malner (Hildesheim) versprach in seinem Predigtbeitrag den Kindern, dass sie schon bald einen Engel sehen würden. Das könne die Schwester, der Bruder oder auch der Hausmeister in der Schule sein. "Man muss nur richtig sehen und mit dem lieben Gott verbunden sein."

Bezirksevangelist Dirk Backhaus gab den Kindern Tipps, was sie zu Hause sagten könnten, wenn die Eltern fragten, was sie im Gottesdienst gehört haben.

Zum Abschluss des Gottesdienstes sangen die Kinder den "Irischen Reisesegen". Ohne dass es verabredet war, stimmten alle Gottesdienstbesucher in den Refrain mit ein.

D. M./Fotos: T. B.

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