"Wachstum gegen den Trend ist möglich!"

Rund 1.100 Geschwister aus dem gesamten Kirchenbezirk Hildesheim hatten sich in der Rattenfängerhalle in Hameln versammelt, um einen Festgottesdienst mit Bezirksapostel Wilfried Klingler und den Aposteln Edmund Stegmaier und Achim Burchard zu erleben. In dem Gottesdienst empfingen Bischof i. R. Kurt Krysewski und seine Frau Gertrud den Segen zur diamantenen Hochzeit.

Das Thema "Frieden" stand im Mittelpunkt eines Festgottesdienstes, den Bezirksapostel Wilfried Klingler am Sonntag, 23. August 2009, vor rund 1.100 Geschwistern aus dem Kirchenbezirk Hildesheim in der Rattenfängerhalle in Hameln hielt. Begleitet wurde der Bezirksapostel von den Aposteln Edmund Stegmaier und Achim Burchard sowie von Bischof Winfried Sommer.

Als Textwort für den Gottesdienst hatte der Bezirksapostel Apostelgeschichte 9, aus 31 gewählt:

"So hatte nun die Gemeinde Frieden . . . und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes."

Bezugnehmend auf das Chorlied "Verleih uns Frieden gnädiglich", betonte der Bezirksapostel, dass hier nicht von einer Leihgabe, die man wieder zurückgeben müsse, die Rede sei. Diese Leihgabe erfolge auch nicht aufgrund eines außergewöhnlichen Verdienstes. Der Frieden, der uns verliehen werde, sei ein Geschenk der Gnade unseres Gottes.

Zunächst ging der Bezirksapostel auf die Bekehrung des Saulus ein. Der gefürchtete Christenverfolger war auf dem Weg nach Damaskus, als er die Worte hörte: "Saul, was verfolgst du mich?" und "Ich bin Christus, den duverfolgst." "Ab jetzt", so der Bezirksapostel, "war Saulus ein anderer! Saulus ließ sich taufen und blieb einige Tage bei den Jüngern in Damaskus - bei denen, die er bislang verfolgt hatte."

Saulus habe die Bekehrung nicht allein als ein Geschenk gesehen, sondern sofort die Gemeinschaft mit denen, die sich zu Christus bekannten, gesucht. "Dann ging er in die Synagoge und predigte. Welcher Mut gehörte dazu, welche innere Überzeugung!" "Bekehrung", hob der Bezirksapostel hervor, "ist ein Geschenk Gottes. Wenn wir Christus als unseren Retter, Heiland und Erlöser sehen, dann ist das ein Geschenk der Gnade Gottes an uns ganz persönlich. Unsere Aufgabe ist es nun, die frohe Botschaft des Evangeliums weiterzutragen und nicht zu schweigen." Jemanden zu bekehren, liege aber nicht in unserer Macht.

"Ich würde mir wünschen, jeder von uns wäre ein solcher Paulus, der, nachdem er denHerrn erkannt hatte, ihn anerkennt, ihm treu bleibt in jeder Lebenssituation, in seinWesen hineinwächst und sich bemüht, bei jeder Gelegenheit Zeugnis zu geben oder - wie ich es zu Jahresbeginn gesagt habe: Lebe so, dass man dich nach deinem Glauben fragt, dann braucht man nicht ungefragt über das Evangeliums zu sprechen. Denn dann ist man in seinem Wandel selbst ein Zeugnis."

Zunächst sei äußerer Frieden nötig, um sich als Gemeinde des Herrn versammeln zu können. "Es ist ein Segen, dass wir ohne Gefahr für Leib und Leben offen unseren Glauben leben können", unterstrich der Bezirksapostel. Frieden haben heiße aber vor allem, Gemeinschaft mit Gott zu haben. "Und Gemeinschaft mit Gott ist erst durch die Erlösungstat Jesu Christi wieder möglich geworden".

Frieden sei auch die Basis für Aufbau. Es sei aufbauend, wenn wir Anteil am Leben des anderen nehmen. "Da baut man den auf, der nicht weiß, wie es weitergeht, der sich zurückzieht. Es ist aufbauend, wenn man in einer Gemeinde freudig begrüßt wird, den Gesang hört oder die Andacht und Würde beim Genuss des Heiligen Abendmahles wahrnimmt", nannte Bezirksapostel Klingler einige Beispiele und sagte weiter: "Wenn wir das Evangelium leben, fördern wir die Entwicklung der Gemeinde, bauen wir auf. In unseren Gemeinden geschieht vieles, was der Gemeinschaft dienlich ist und ein Wohlgefühl bewirken kann. Aber wenn Christus und seine Opfertat nicht mehr im Mittelpunkt stehen, gibt es keinen Aufbau, gibt es keine Entwicklung und auch keineVollendung des Werkes Gottes und der Gemeinde!"

Wichtig sei auch die in dem Textwort angesprochene Gottesfurcht. Eine Gemeinde, die in Gottesfurcht lebt, lasse sich vom Herrn den Weg weisen. Das bewirke Ordnung in der Seele, Ruhe und Frieden. "Weil das so war, mehrte sich die Gemeinde unter dem Beistand des Heiligen Geistes", verwies der Bezirksapostel auf den letzten Satz des vorgelesenen Bibelwortes und gab eine Botschaft an die versammelte Gemeinde: "Wenn wir uns darauf besinnen, Frieden zu haben, einander aufzubauen, in der Gemeinde in Gottesfurcht zu leben, dann ist ein Wachstum gegen den Trend möglich! Das ist meine innere Überzeugung!"

Der Bezirksapostel ging auch auf den Internationalen Gebetstag für den Frieden am 21. September ein: "Wir wollen nicht vergessen, dass es viele Länder gibt, in denen kein äußerer Frieden herrscht, in denen man nicht frei seines Glaubens leben kann. Ich bitte euch, an diesem Gebetstag besonders um Frieden zu bitten. Meine Bitte ist aber auch, dass wir vermehrt um Frieden in unseren Gemeinden bitten und dass das Opfer Jesu Christi nie in den Hintergrund tritt. Der Alltag verschüttet so vieles. Es besteht die Gefahr, dass wir nicht mehr auf die Größe des Opfers Christi sehen. Vergessen wir nie: Ohne Christus gibt es keinen inneren Frieden!"

Apostel Achim Burchard rief in seinem Predigtbeitrag dazu auf, sich immer wieder um Aufbau in der Gemeinde zu kümmern: "Wir wollen das Unsere dazu tun und den Nächsten, den Bruder, die Schwester, das Kind, den Jugendlichen, den Betagten, den Kranken, den Außenseiter aufbauen".

Hat unser Nächster Frieden, wenn er uns begegnet? Diese Frage stellte Apostel Edmund Stegmaier und riet dazu, diesen Frieden stets zu suchen. Diesen Frieden finde man in Jesus Christus: "Wenn er in unser Herz kommt, haben wir Frieden!".

In dem Gottesdienst empfingen Bischof i.R. Kurt Krysewski und seine Frau Gertrud den Segen zur diamantenen Hochzeit.

Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von einem gemischten Chor, einem Frauenchor und einem Kinderchor sowie durch solistische Beiträge.

Die in Hameln erscheinende Deister-Weser-Zeitung berichtete am darauffolgenden Tag ausführlich mit einem halbseitigen Bericht über den Gottesdienst (www.dewezet.de).

M.B./Fotos: M.V.

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